Welcome to the machine Welcome to the machine

Die Maschine als Verselbständigung eines produktiven Gedankens ist von der Idee geleitet, den Produktionsprozess mühelos zur wiederholen und ihn für unbegrenzte Dauer verfügbar zu machen. Die Entwicklung einer Maschine ist von der ökonomischen Rationale motiviert, die proportionalen Kosten zu minimieren; die perfekte Maschine produziert demnach gleichsam aus dem Nichts und liefert auf diese Weise die optimale Wertschöpfung.

Hinsichtlich Schöpfungskraft und Endlos-Perspektive hat diese Ideal-Maschine alttestamentarische Qualitäten. Die Real-Maschine hin­gegen muss sich immer wieder an diesem Ideal messen und der Revision unterziehen: dieses Zugeständnis an die Realität sowie das erkennbare Bemühen um die Grenzverschiebung produktiver Machbarkeit verbindet die Maschine fest mit dem historischen Kontext. Dabei verklärt jede Maschinen-Generation vormalige Produktions- und damit Lebensbedingungen in die romantische Ambivalenz von verbrauchender Mühsal und überkommener Herstellungskunst.

Der Zweck der Maschine liegt natürlich in Überwindung bzw. Abschaffung eben jener Aufwendungen und sie selbst ist dabei die pure Verkörperung aller bedingenden funktionalen Erfordernisse. In diesem Sinne ist die Maschine eindeutig: einer spezifischen Bestimmung folgend ist ihre Erscheinung eine rationale Referenz auf ihre Funktion und als solche für den Maschinisten handhabbar.

Der Automat hingegen, dessen zentrale Inkarnation die Meta-Maschine COMPUTER ist, verschleiert das strenge Funktionsprinzip und simuliert jeden erdenklichen Prozess auf derart kleinem Raum, dass sich die maschinellen Prozeduren jedweden sinnlichen Zugriffs entziehen. Dem modernen Automaten fehlt der funktionale Verweis und die Mensch-Maschine-Interaktion findet jenseits des Körperlichen statt.
Diese vorzeitige Entkörperlichung ist in praktischer Konsequenz für die meisten Menschen allerdings keine segensreiche Perspektive. Daher bietet uns heute der moderne Automat mit seiner scheinbar sinnlichen Form­gebung eine Beziehungsoption an. Gerundete Ecken und kalifornisches Weiss sollen uns den Automaten als Lifestyle-Maschine erscheinen lassen. Dieses profane Täuschungsmanöver hinterlässt jedoch nach kurzer Zeit ein Unbehagen.

Und dann erinnert es uns glücklicherweise an diese alte Erhabenheit, die entsteht, wenn Funktion, Material und handwerkliche Perfektion zusammen­treffen.

Dr. Frank Hoffmann
Lieblingsmodell: Nr. 01

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